Bauchwandbruch: Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Bauchwandbruch, auch als Bauchdeckenbruch oder Bauchwandhernie bekannt, tritt auf, wenn Organe oder Gewebe durch eine Schwachstelle in der Bauchwand hervortreten. Diese Schwachstelle kann angeboren oder durch verschiedene Faktoren im Laufe des Lebens entstehen. Betroffene bemerken oft eine Vorwölbung oder Schwellungen im betroffenen Bereich, die sich bei Belastung verstärken können.
Ein Bauchwandbruch kann zu Beschwerden wie Schmerzen, Verdauungsproblemen oder sogar einer Einklemmung von Bauchorganen führen, was eine umgehende Behandlung erfordert. Da es bei Hernien ernsten Komplikationen kommen kann, ist eine frühe Abklärung durch einen Facharzt ratsam ist.
Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen, Symptome und die beste Behandlung eines Bauchwandbruches.
Sie leiden an Schmerzen im Bauchbereich und möchten sich untersuchen lassen?
Übersicht: Bauchwandbruch - Ursachen, Symptome und Behandlung
Was sind die Ursachen eines Bauchwandbruches?
Der Grund für einen Bauchwandbruch ist sehr vielseitig. Meist entsteht er durch eine Schwachstelle in der Bauchwand, die entweder angeboren oder erworben sein kann. Ein hoher Druck im Bauchraum bedingt durch Übergewicht und Rauchen begünstigt die Entstehung eines Bruches.
Angeborene Schwachstellen
Einige Menschen haben von Geburt an eine Lücke in der Bauchwand oder ein schwaches Bindegewebe, was die Wahrscheinlichkeit eines Bauchwandbruches erhöht. Ein Beispiel dafür ist der Nabelbruch, der häufig bei Neugeborenen auftritt. In manchen Fällen schließt sich die Bruchpforte im Laufe der Entwicklung, in anderen bleibt eine Schwachstelle bestehen.


Erhöhter Druck im Bauchraum
Druck auf die Bauchdecke kann eine bereits vorhandener Schwachpunkt weiter belasten und zu einem Bruch führen. Ursachen hierfür sind:
- Heben schwerer Lasten: Vor allem bei mangelnder Bauchmuskulatur kann das Tragen und Heben schwerer Gegenstände eine Hernie begünstigen.
- Kraftsport: Exzessives Bauchmuskeltraining kann die Entstehung eines Bauchwandbruches begünstigen.
- Husten: Chronischer Husten, beispielsweise bei einer Lungenerkrankung oder starkem Raucherhusten, kann die Bauchwand erheblich belasten.
- Schwangerschaft: Die Dehnung der Bauchdecke durch das wachsende Baby kann die Muskulatur schwächen und einen Bauchwandbruch begünstigen.
- Fettleibigkeit: Übergewicht kann die Bauchwand zusätzlich belasten und das Risiko eines Bruches erhöhen.
Narbenbrüche nach Operationen
Nach einer Bauchoperation kann die Narbenbildung zu einer Schwachstelle in der Bauchwand führen. Der sogenannte Narbenbruch tritt oft nach großen chirurgischen Eingriffen auf. Besonders betroffen sind Patienten nach einer Operation an der Bauchschlagader, übergewichtige Patienten, Raucher und Patienten mit erhöhten Blutzucker.

Unterschiede zwischen Bauchwandbruch bei Frauen und Männern
Bauchwandbruch bei Frauen
Bauchwandbruch bei Männern
Wie läuft die Behandlung eines Bauchwandbruches ab?
Die Behandlung hängt von der Größe und den Beschwerden des Bruchs ab. Kleine Hernien ohne Beschwerden werden in einigen Fällen nur beobachtet, größere oder symptomatische Hernien müssen operativ behandelt werden.
Konservative Behandlung
Eine Bauchwandbandage kann helfen, Beschwerden zu lindern. Allerdings kann dies das Fortschreiten der Hernie oder eine Einklemmung nicht verhindern, sondern nur Symptome kurzfristig mildern.
Chirurgische Behandlung
In vielen Fällen ist eine Operation notwendig, um das Gewebe zurück in den Bauchraum zu bringen und die Bruchpforte zu verschließen. Bei einer Operation wird nicht nur die Schwachstelle in der Bauchwand geschlossen, sondern auch durch Netze aus synthetischen Polymeren verstärkt. Dabei gibt es verschiedene Methoden:
- Offene Operation: Die Bauchdecke wird geöffnet, die Bruchpforte verschlossen mit einem Netz verstärkt, um ein erneutes Auftreten der Hernie zu verhindern.
- Minimalinvasive Chirurgie (Laparoskopie): Kleine Schnitte und eine Kamera werden genutzt, um die Hernie zu reparieren. Diese Methode führt oft zu einer schnelleren Genesung und geringeren Schmerzen nach dem Eingriff.

Die Wahl der Operationsmethode hängt von der Größe der Hernie, der Lage sowie dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Moderne Verfahren in der Hernienchirurgie haben die Erholungszeit deutlich reduziert, sodass Patienten in vielen Fällen schnell wieder mobil sind.
Ein Bauchwandbruch sollte nicht unterschätzt werden. Wer Symptome wie Schmerzen, eine tastbare Vorwölbung oder Verdauungsbeschwerden bemerkt, sollte umgehend einen Chirurgen aufsuchen. Frühzeitig erkannt, kann eine Operation oft minimalinvasiv durchgeführt werden, was zu einer schnellen Genesung führt. Besonders Menschen mit Risikofaktoren sollten auf Anzeichen achten und ihre Bauchmuskulatur gezielt stärken, um einem Bauchwandbruch vorzubeugen.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Bauchwandbruch
Sie sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn Sie starke Schmerzen, eine plötzliche Veränderung der Vorwölbung oder Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung bemerken. Diese könnten Anzeichen einer eingeklemmten Hernie sein, die sofort behandelt werden muss.
Nein, ein Bauchwandbruch heilt nicht von selbst. Eine operative Behandlung ist oft die einzige dauerhafte Lösung.
Wenn Sie eine Hernie bemerken, sollten Sie Ihren Frauenarzt oder einen spezialisierten Chirurgen aufsuchen. In vielen Fällen wird eine Operation erst nach der Geburt empfohlen.
Sanfte Sportarten wie Spazierengehen, Schwimmen oder leichte Yoga-Übungen sind möglich, solange keine Beschwerden auftreten. Kraftsport und schweres Heben sollten vermieden werden.
Die Operation erfolgt meist unter Vollnarkose. Je nach Methode dauert sie zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden. Anschließend folgt eine kurze Erholungszeit.
Die Erholungszeit variiert je nach Eingriff. In der Regel können leichte Tätigkeiten nach etwa einer Woche wieder aufgenommen werden, während schweres Heben und sportliche Aktivitäten für mindestens fünf Wochen vermieden werden sollten.
Obwohl moderne OP-Techniken das Risiko eines erneuten Bruchs minimieren, kann es in seltenen Fällen zu einem Wiederauftreten kommen.